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WienReact Lect
[04.02]

WienReact Lect

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October 1, 2025

Im Rahmen der jährlichen CULTTECH Conference, organisiert vom CULTTECH, kamen Künstler:innen, Pädagog:innen und Technolog:innen zusammen, um die Beziehung zwischen Kultur und neuen Technologien zu diskutieren. Die Konferenz versteht sich als Plattform für einen kritischen Dialog an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und digitaler Innovation und beleuchtet, wie kreative Praktiken auf rasante technologische Entwicklungen reagieren.

Ein zentrales Panel wurde von Bettina Bruder, Professor for Art, Design and Media at the University of Osnabrueck; Elke Reinhuber, Associate Professor for Expanded Photography at City University of Hong Kong und Silke Helmerdig, Professor for photography and digital imaging, Pforzheim University präsentiert. Das Panel mit dem Titel „Teaching Analogue Creative Practices in Times of Generative AI“ widmete sich der Verbindung von Kunst, KI und Bildung. Dabei wurde deutlich, dass haptische, analoge Erfahrungen trotz – oder gerade wegen – der Fortschritte generativer KI eine grundlegende Rolle im kreativen Prozess spielen.

Der erste Beitrag von Elke Reinhuber betonte die Bedeutung des „Learning by Doing“. Manuelle Fähigkeiten und implizites, durch Erfahrung erworbenes Wissen seien entscheidend für die Entwicklung einer eigenen künstlerischen Handschrift. KI könne zwar bei Recherche, Prompt-Formulierung oder der Erstellung von Anleitungen unterstützen, nicht jedoch das verkörperte Lernen ersetzen, das durch physisches Gestalten entsteht – etwa bei Lochkamerafotografie oder Cyanotypie. Solche Prozesse fördern Experimentierfreude, Fehlertoleranz und unerwartete Innovationen.

Der zweite Beitrag von Bettina Bruder verstand kreative Bildung als Motor gesellschaftlicher Entwicklung und plädierte für einen STEAM-Ansatz, der Nachhaltigkeit und ethische Fragen integriert. Die Verbindung analoger Geräte wie Camera Obscura oder Foucaults Pendel mit digitalen Plattformen und KI-Tools eröffne neue Innovationsräume und ermögliche zugleich eine kritische Auseinandersetzung mit algorithmischen Verzerrungen oder auch dem Energieverbrauch von KI.

Abschließend stellte Silke Helmerdig die Frage nach dem Wirklichkeitsstatus KI-generierter Bilder („Simula“). Ein Verständnis der physikalischen Grundlagen der Bildentstehung sei essenziell, um synthetische Bilder kritisch einordnen zu können.

Das Fazit der Präsentation machte deutlich, dass analoge Praxis, ethische Reflexion und technologische Kompetenz zusammengedacht werden müssen, um kreative Zukunft verantwortungsvoll zu gestalten.

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